Mein Fazit

Ich bin beim Fazit der Studie vom EWI in Köln angekommen. Jetzt fängt das interressante an – die Modellierung – aber ich will gerne erst mein eigenes Fazit schreiben.

Erstmal kann ich noch wenig sagen über das gewählte Modell. So hier und da wirft es Fragen auf. Wie kann es z.B. sein, dass um 2030 neue Ölbefeuerte KWK Anlagen gebaut werden. Und wie kann es sein, dass diese kein Extra CO2 Emissionen Erzeugen (Tabellen 20 und 21 der Studie). Was bedeutet, dass der Wechselwirkung von Laufzeitverlängerung und der Ausbau von regenerativen Energieen nicht berücksichtigt werden, und was bedeutet das für die Betrachtung der Arbeitsmarkteffekten? Diese Fragen hoffe ich in den nächsten Tagen für mich zu beantworten.

Was deutlich wird, ist dass die CO2 Emissionen steigen werden, wenn man die Laufzeiten der KKWs verlängert. CO2 emittieren wird billiger werden. Dadurch wird weniger Anreiz geschaffen, in sauberer Lösungen zu investieren. Steinkohle wird einen größeren Rolle spielen in der unteren Mittellast, Gas eine kleinere Rolle. Braunkohle wird weniger verstromt werden. Die jetzt ‚überflüssige‘ Zertifikate werden billiger, und dadurch wird es auch an anderen Stellen in der EU weniger attraktiv, in sauberer Lösungen zu investieren. Zusammengefasst wird die steuernde Wirkung der Zertifikatehandel untergraben.

Die realen Einkommen werden steigen. Das hat als Konsekwenz, dass mehr Auto gefahren wird, und mehr geflogen wird. Da diese Formen der CO2 Ausstoß noch nicht mit Zertifikaten gedeckelt werden, könnte man sagen, dass Netto mehr CO2 ausgestoßen wird durch die Laufzeitverlängerung.

Klar ist auch, dass so hier und da ein großer Kostendruck entsteht wegen des Zertifikatehandels. Vielleicht hat die Aluminiumverhüttung in Deutschland dann kein Platz mehr. (Vielleicht macht es auch einfach Sinn, Aluminium da zu verhütten, wo entweder Bauxit oder Energie in großen Mengen vorhanden ist, anstatt beide erst nach Deutschland zu transportieren.) Eine Lösung könnte sein, die nicht steuernde Ökosteuer für Strom abzuschaffen? Natürlich ist das ein Einkommensverlust für die Bundesschatzkiste, aber das lässt sich mit Versteigerung der Zertifikate doch wieder kompensieren? Dann braucht sich keiner mehr zu beschweren, wenn die Preise der Zertifikate in den Strompreisen einfliessen. (Hat schon jemand bei der europäischen Kommission geklagt wgen illegale staatliche Hilfe an den Stromkonzernen? Wegen des Verschenkens der Zertifikate?)

Das Fazit der Studie endet mit ’schließlich würde Zeit gewonnen, die notwendig ist, um bestehende Stromerzeugungstechniken auf Basis fossiler und regenerativer Energiequellen weiter zu entwickeln..‘. Unabhängig von der Frage, ob die Zeit da ist, wird hier offengelassen, wo der Anreiz liegen soll, diese Forschung zu entwickeln. Der wirtschaftliche Anreiz entfällt mit niedriger CO2-Preise.

Weiter kann ich noch nichts sinnvolles sagen, da ich das Modell noch nicht gelesen habe. Ich habe aber schon konkrete Fragen am Modell. Einige habe ich den Herrn Dr. Lindenberger gestellt, andere werde ich wahrscheinlich noch stellen müssen, aber die meisten Fragen werden in den nächsten 30 Seiten beantwortet werden. Yesss.

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One Comment

  1. Posted 11 Januar 2007 at 8:54 pm | Permalink

    Meine Idee, dass Aluminiumverhüttung besser anderswo gemacht werden kann hat natürlich wieder als Konsekwenz, dass die CO2 wieder andersweitig verschleudert werden kann. Das war nicht so klug, Herr Steunenberg…


One Trackback

  1. […] bei mir als Suchbegriff erscheint. Und ja, es gab einen aktuellen Anlass.) (Zum Thema EWI habe ich hier und hier und hier und hier schon geschrieben. Eigentlich immer kritisch, obwohl ich den Axel […]

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