Buch ‚CO2-Zertifikatehandel‘

Ich habe jetzt ‘Handel mit CO2-Zertifikaten’ von Zenke und Fuhr zu Ende gelesen. Das Buch beschreibt die Praxis der Emissionshandel, für diejenigen die mitmachen wollen. Das Regelwerk und die Gesetze werden ausführlich beschrieben.

Auch gibt es einige Ausflüge, zum Beispiel zum Vorgehen des Bundeskartellamt gegen RWE und E.On. Die Autoren sind hier sehr nuanciert, und plädieren fast zu Günsten der aktuellen Entscheidung. Und zwar auf Basis des versagenden Wettbewerbs am Strommarkt. Sie sagen: die Prozessindustrie kann ihre Zertifikatskosten auch nicht einpreisen, denn sie steht im internationalen Wettbewerb. Die Stromindustrie steht nicht im Wettbewerb, und kann dementsprechend einpreisen was sie will.

Ich finde die Argumentation verlockend, und unsauber. Das Kartellamt und die Politik sollen sich darum kümmern, dass der Wettbewerb funktioniert.

Vor lange lange Zeit, schon mehr als 15 Jahre her (oder sind es 20?) war die Idee der EU, die ganze Energieindustrie zu ‚unbundlen‘. In den Niederlanden ist das konsekwent durchgezogen: die regionale Versorger wurden Vertriebsorganisationen, das Netz kam in den Händen von einem Unternehmen (Tennet besteht noch immer) und die Erzeugung wurde auch größtenteils in ein Unternehmen untergebracht. (UnA, wenn ich mich richtig erinnere, später an Mirant verkauft, und als die aus Europa verschwanden hat Nuon die Kapazitäten gekauft.) In Deutschland hat man sich allerdings immer standhaft gegen EU-Ideeen gewehrt. (So wenig Unbundling wie nötig, Verbändevereinbarung statt Regulierungsbehörde.) Aber jetzt fange ich mit einem anderen Thema an.

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