Die Scheuklappen der Wirtschaftswissenschaft

Ich bin durch mit meinem auf den McPlanet erworbenen Buch. Ich bin zufrieden mit dem Ankauf.

Die Qualität der Artikel ist ganz unterschieden. 2 Artikel fand ich besonders gut.

Claus Peter Ortliebs Artikel zur mathematisierten Scharlatanerie findet man auch Online. Es ist ein klar und verständlich geschrieber Text zur Anwendung der Mathematik in den Wirtschaftswissenschaften. Zitat: „Wer 40 Stunden in der Woche für einen Stundenlohn von 8 Euro arbeitet und den wöchentlichen Lohn von 320 Euro zum (Über)leben dringend braucht, der wird bei einer Absenkung des Stundenlohns auf 6 Euro nicht weniger, wie vom neoklassischen Modell unterstellt, sondern mehr arbeiten wollen, damit das nötige Geld zusammen kommt.

Genau so klar geschrieben, aber nicht (auf Deutsch) online verfügbar sind die ‚Sieben Thesen zu einer Theorie der realistischen Ökonomik‘ des französischen Ökonoms Jacques Sapir. Seine sieben Thesen sind sieben Schritten in einer Argumentation die beschreibt, wie wenig die neoklassische Wirtschaftstheorie mit der Wirklichkeit zu tun hat, wie ‚unrealistisch‘ sie ist. (Sie lässt z.B. unterschieden Aktoren mit unterschiedene Intentionen ausser acht, hat keinen Platz für Zeit in ihre Gleichungen, Geld wird als völlig transparent dargestellt.) Auch die Ausführung von Julie A. Nelson, ‚Warum die Postautistische Bewegung Feminismus braucht‘, war einleuchtend.

Ich hatte mir einiges versprochen vom Artikel ‚Evolutorische Ökonomik‘ von Marco Lehmann-Waffenschmidt. Ich fand den Inhalt interressant, aber einen Stil wie im Zitat hat den Bombast eines Truthahns in Liebesrausch: „Zudem funktionieren die herkömmlichen Modelle und Theorien in ‚instrumentalistischer‘ Hinsicht als intelligent konstruierte as-if-Theorien ganz gut, auch wenn die wahren Zusammenhänge von ihnen nicht adäquat erfasst werden (wollen).„.

Was ich mir versprochen hatte war mehr Einsicht in die Evolution des CO2-Marktes. Eigentlich die Ideale Spielwiese hier: einen künstlichen Markt, konstruiert auf Basis der neoklassischen Gleichgewichtstheorien, und jetzt in Entwicklung.

Advertisements

2 Trackbacks

  1. By Klimaspiel « – was einer so denkt – on 7 Juni 2007 at 8:39 pm

    […] – die Casestudies, und zum Schluss werde ich noch über ‘Continuous Time Models’ lesen (da wird der Herr Sapir staunen), um dann zum Schlusskapittel zu […]

  2. […] für Menschen Julie Nelson hatte mich in ‘Die Scheuklappen der Wirtschaftswissenschaft’ schon beeindruckt.  Jetzt habe ich ihr ‘Economics for Humans’ […]

Einen Kommentar schreiben

Required fields are marked *

*
*

%d Bloggern gefällt das: