The Black Swan 3

Ich habe ‘The Black Swan‘ von Nassim Nicholas Taleb zu Ende gelesen Ein tolles Buch.

Taleb beschreibt ganz genau, wieso für ihm die gängige mathematischen Modellen für Risikomaagement nicht taugen. Er ist nicht zimperlich, wie er über zB über Nobel-Laureaten wie Markowitz und Sharpe (Portfoliotheorie) oder Merton und Scholes (Bepreisung von Optionen) hinzieht. Ich kann mich das selbstverständlich nicht erlauben. Sein Kritik an zB. diesen Gurus betrift die Anwendung von statistischen Modellen wo es nicht angebracht ist. Eine zentrale These ist, dass die Gausskurve nicht gilt für Marktrisiken, und das es fraudulös ist, sie anzuwenden. ‚Konservativen‘ Banker sitzen auf Volkane, wie er zB. mit dem Kollaps des LTCM illustriert.

Was mach ich jetzt mit meinen durchgerüttelten Gedanken? Der große Vorteil ist natürlich, dass die Schlüsse, die Taleb zieht, nicht deprimierend sind, nicht zynisch machen, und auch einem Autodidakten wie mir Platz bieten. Also

  1. Ich habe Inspiration gekriegt für die Fortsetzung vom Risk-o-Mat. Ich werde mich erst mal nicht scheren um die Implementierung von komplizierten statistischen Verfahren. Das macht Platz für besseren Ideeen.
  2. Ich muss noch mal ein zweites Mal überlegen, ob ich wirklich eine PRMIA Professional Risk Manager Zertifizierung anstrebe.
  3. Ich werde mich nicht mehr an die (teils durch Taleb inspirierte) Value at Risk Diskussion auf prmia.org beteiligen.
  4. Ich werde mein ganzes Engagement im Bereich CO2 und Klima noch mal überdenken.

Das letzte bedarf noch etwas mehr Erklärung, vielleicht. Also:

  • Taleb zeigt ziemlich deutlich auf, wie schlecht wir vorhersagen können. Ich gehe davon aus, das das auch für Klimatologen gilt, obwohl es mir im Moment mehr bei Wirtschaftswissenschaftlern auffällt. Ich muss also davon ausgehen, dass ich mit meiner Meinung, die ich im Moment habe, falsch liegen könnte.
  • Die ganze Welt hat sich eingeschworen auf ‚den Markt‘ als Lösung für das Klimaproblem, und hält daran fest. Es gibt eine ungeheure Verweigerung von Entscheidern und NGOs, sich mit den tatsächlichen Dynamiken der Märkten auseinander zu setzen. Wenn ich mich mit virtuelles beschäftigen will, werde ich mich mehr mit Second Life beschäftigen.
  • Die Politik will letztendlich keine Änderungen. Sigmar Gabriel zur Weigerung einer eigenen Benchmark für Braunkohlekraftwerke: ‚Nach Auffassung der Bundesregierung ist die Einführung eines Braunkohle-Benchmarks sachlich nicht erforderlich, da Braunkohle der kostengünstigste Energieträger zur Strom­erzeugung in Deutschland ist. Auch ohne Braunkohle-Benchmark bleibt die Stromerzeugung in Braunkohlekraftwerken wirtschaftlich und grundlastfähig, da diese sehr niedrige Erzeugungskosten haben. Selbst bei hohen Zertifikatpreisen verfügt die Braunkohle über deutliche Kostenvorteile gegenüber Steinkohle und Gas.‚ Und er warnt Stromversorger vor Preiserhöhung durch Emissionshandel. Und selbstverständlich soll der Markt alles richten. Und dann reden wir noch gar nicht über seinen Kollegen-Klimaretter Glos.

Und 5. ich werde die positiven ‚Black Swans‘ etwas mehr einladen in meinem Leben.

Advertisements

3 Trackbacks

  1. […] abgeschmackt @ 17:45 [ Empfehlung des Tages ] politisch Engagierte (Klimadebatte!) … um das Undenkbare denken zu […]

  2. […] Engagierte (Klimadebatte!) … um das Undenkbare denken zu […]

  3. […] Engagierte (Klimadebatte!) … um das Undenkbare denken zu […]

Einen Kommentar schreiben

Required fields are marked *

*
*

%d Bloggern gefällt das: