Das Gas reicht, sagt die Fugro

Die holländische Zeitung NRC publizierte gestern ein Interview mit Paul van Riel, R&D Direktor der Fugro.

Der Herr van Riel ist sehr erstaunt, dass große Teile der Bevölkerung ohne Widerspruch annehmen, dass man neue Kohlekraftwerke braucht. Und die Argumente, die er erwähnt, sind die Argumente, die wir in Deutschland hören: keine Abhängigkeit von russischem Erdgas, Kohle bleibt billig, Erdgas ist endlich.

Die Fugro ist einer der größten Bodenforschungsunternehmen der Welt. Sie wissen also wovon sie reden, wen sie über Kohle und Gas sprechen. Deshalb möchte ich die Argumente van Riels kurz darstellen:

  • Gas ist CO2-technisch besser als Kohle – aber das wissen wir schon. Mit Kohle sind die Klimaschutzziele also viel schlechter zu erreichen.
  • Es gibt mehr Gas als wir annehmen, weil bei den Prognosen immer von Feldern ausgegangen wird die schon bekannt sind. Es gibt aber genug Gas um die Zeit bis zu einer völlig regenerativen Energiegewinnung zu überbrücken.
  • CO2 aus Kohlekraftwerke ist vermischt mit Schwermetalle, Feinstaub und NOx, CO2 aus Gaskraftwerke ist viel sauberer. Deswegen kann es gut sein, das ‚Kohle-CO2‘ sich schlechter für CCS (Carbon Capture and Storage) eignet: das Gas tastet wahrscheinlich Rohrleitungen an.
  • Es ist nicht sicher, das Kohle billig bleibt. (Kohle ist jetzt 2,5 bis 3x so teuer als noch vor 5 Jahre prognostiziert, aber das steht nicht im Artikel).
  • Die Angst vor Putin und Gasprom soll uns nicht blenden: Norwegen und Nordafrika produzieren auch viel Gas.
  • Die Gaspreise enthalten Steuern, die Kohlepreise nicht. (Hier weiss ich nicht, ob das auch ein Argument in Deutschland wäre?)

Also, Brüder, auf zur Sonne, aber nicht mit Kohle sondern mit Gas als Zwischenlösung.

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