Energy & Emissions Markets

Ich lese gerade Energy and Emissions Markets. Collision or Convergence? von Peter Fusaro.
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Ich weiss noch nicht ganz, was ich von dem Buch halten soll. Ich gehöre jedenfalls nicht zu der Zielgruppe.

Die 2. Hälfte des Buches ist voller Vertragstext. Hintereinander stehen da Kyotoprotokol, aber ohne die Marakesch-Abkommen, die Emissionshandelsergänzung zum Standardvertrag der EFET (die Organisation europäischer Stromhändler), der Standardvertrag der IETA (die Emissionshändler, indertat) und das im Bankenumfeld geliebte ISDA Vertrag mit einem Beispiel. Insofern ich weiss, stehen alle diese Informationen auch im Internet.

In der 1. Hälfte bin ich jetzt in Kapittel 6 angekommen. Meine Einschätzung bis hierhin ist, dass das Buch geschrieben ist für US-Amerikanischen Investmentbanker, die im Bereich Emissionshandel/environmental Hedging einsteigen wollen. Nicht für die Händler, sondern deren Geschäftsführung. Wieso US-Amerikanisch? Kapittel 6 z.B. fängt an mit folgender Satz: ‚The EU did not invent emissions trading, despite what the European news media have said‘. Diese Darstellung ist mir in den deutschen Medien nicht aufgefallen. Die Ausführung, weshalb die US das Kyoto Protokoll nicht ratifiziert, fand ich aber einleuchtend. In den USA haben sie erst gerechnet, dann gesehen, das die Energiepreise steigen würden, und dann gesagt, dass sie das nicht mitmachen. (Die Entscheidung finde ich natürlich falsch, aber ist eine Entscheidung.) Hier ‚ergaben‘ sich Strompreiserhöhungen, und dann hat die Politik angefangen zu weinen – und sich damit aus die Verantwortung geschlichen. Das ist vielleicht besser für das Klima,  aber darum noch nicht ehrlicher.

Ich glaube, dass das Buch noch interressanter wird. Die Verbindung zwischen Stromhandel und Emissionshandel dürfte klar sein. Peter Fusaro bringt aber Emissionshandel zusammen mit der Handel in Negawatts und Erneuerbaren Energieen im Konzept des ‚Green Tradings‘. Dabei kommt er auch noch zum Risikomanagement.

Zu diesem Thema stand diese Woche auch einen interressanten Artikel in der Financial Times: ‚die Grüne Geldmaschine‘.

Ich bin gespannt, was mir das Buch weiter bringt. Bis jetzt sind es Einsichten in die US-Verhältnisse, und es sieht aus, als ob die Vogelperspektive auf das Thema gut ausgearbeitet wird. In Detailwissen wird es mir nicht viel bringen. Und wer Nutzen von dem Buch haben will, soll es schnell lesen, denn der Markt entwickelt sich. Der Handel in CERs an Nordpool und ECX sind zum Beispiel schon wieder eine ganz neue Dimension, die vom Buch nicht erfasst wird.

Nachtrag: ich habe das Buch zu Ende gelesen. Es ist interressant, einen US-Amerikanischen Blick  auf den Energiemarkt mitzukriegen. Es ist aber kein Buch Das Man Unbedingt Braucht.

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