Merkwürdiges VaR Modell

Im letzten Economist gab es (mal wieder) ein Artikel zum Bankenproblem. Ein kleiner Abschnitt will ich hier darstellen:

‚The bank’s value-at-risk, the amount it stands to lose on a really bad day, has shot up (see chart). On 16 days during the quarter its trading losses exceeded the worst forecast by its value-at-risk model on the preceding day. It had not experienced a single such day since the market turbulence of 1998.‘

Zwei Sachen fallen hier auf:

  1. Das VaR hat nie vernünftig funktioniert. Auch ein 99% VaR Limit sollte durchschnittlich 3 x im Jahr überschritten werden. Wenn der Limit in 9 Jahrenicht gekratzt wurde, hätte das Modell schon hinterfragt werden müssen.
  2. Das VaR taucht nicht die Bohne als Warnsignal für schwierige Zeiten. Es ist wirklich ein Risikomodell, das nur greift, wenn der Markt sich ’normal‘ verhält. In der hinsicht muss das Baselkommitee sich wirklichfragen, ob sie das internationale Bankensystem mit gerade diesem Tool stabil halten wollen. Das Bankensystem bleibt wohl stabil, wenn alles seinen normalen Gang geht. Und wenn nicht, nützt das Tool nicht.

Ich hätte die Gesichter da gerne gesehen. 16 Tage hintereinander das heilige VaR Limit gebrochen. Da waren bestimmt einige Leute nervös.

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