Nachgedacht (mal wieder)

Es ist immer wieder Thema, dass Kohlekraftwerke mehr CO2-Zertifikate pro MWh Strom kriegen als Gaskraftwerke. (Ich schrieb auch schon mal zum Thema).

Heute habe ich mich gefragt, ob dieses ‚Benchmarking‘ wirklich schlecht ist. Ist es wirklich so, dass Gasturbinen/GuD-Kraftwerke weniger laufen weil sie weniger Zertifikate zugeteilt bekommen?

Wenn alles wie im Lehrbuch läuft, wird ein Kraftwerk eingesetzt, wenn die (variabele) Kosten geringer sind als der Erlös. Zu den Kosten werden die Brennstoffkosten und die Kosten für die CO2-Zertifikate gerechnet. Dabei ist es erst mal egal, wo die Zertifikate herkommen. Wenn ich sie noch nicht habe, muss ich sie am Markt kaufen, um das Kraftwerk laufen zu lassen. Wenn ich sie wohl habe, kann ich sie verkaufen, wenn ich das Kraftwerk nicht laufen lasse.

Was also bestimmend ist für den Kraftwerkseinsatz sind die Brennstoffkosten und die Marktpreise der Zertifikate. Dabei ist es völlig egal, wo die Zertifikate herkommen. Um mehr Gaskraftwerke und weniger Kohlekraftwerke einzusetzen, ist es also nicht notwendig, die Gaskraftwerksbetreiber mehr Zertifikate zu geben. Wenn die Gesamtmenge an Zertifikate geringer wird, geht der Preis in die Höhe, und wird es lukrativer, Gaskraftwerke laufen zu lassen. Auch wenn man die Zertifikate alle an den dreckigsten Kraftwerken verteilen würde.

Das Benchmarking hat natürlich andere Konsequenzen. Aber das hier war eine Entdeckung für mich.

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One Trackback

  1. […] Mal wieder nachgedacht 2 Ich habe noch weiter nachgedacht über meinen Beitrag zum Benchmarking in der letzten Woche. […]

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