Keynes

Folgendes Zitat hätte ich nicht von Keynes erwartet:

‚The long run is a misleading guide to current affairs. In the long run we are all dead.‘

Und nun? Das stimmt natürlich, und was ist mit Nachhaltigkeit? Wo treffen Hier und Jetzt und Sorgen für Später einander vernünftigerweise?

Advertisements

6 Comments

  1. Posted 29 November 2007 at 10:38 pm | Permalink

    Nach meinem Verständnis meint Keynes genau das, was Du auch ansprichts. Auf lange Sicht sind wir Alle tot (das ist unbestritten) – deshalb ist die lange Sicht (the long run) ein schlechter Ratgeber für heutige Entscheidungen. Das bedeutet nicht, dass ich nicht nachhaltig agieren soll, sondern ich darf nicht sagen: Irgendwann bin ich tot und deshalb ist es gleichgültig, was ich heute tue.

  2. Posted 30 November 2007 at 7:57 am | Permalink

    Hmm. As der Kontext hatte ich verstanden, dass Keynes hier mit der Stimme des modernen Shareholder Values gesprochen hat. Ich las gestern ein Artikel vom Tilburger Professor Frans de Roon, in ‘Intelligent Commodity Hedging’, und der kam mit dem Zitat. Der Artikel beschäftigt sich mit längerfristige Strategien in Gütermärkten, und der Zitat war so eine Relativierung am Rande.

    Ich habe nie etwas von Keynes gelesen, habe ihm aber als ‚Soziale Marktwirtschaftler‘ im Kopf. Und jetzt die Stimme des kurzfristigen Denkens 🙂 Das passt schlecht im tagtäglichen Schwarz-Weiss.

  3. Posted 3 Dezember 2007 at 7:18 am | Permalink

    Als Keynes das geschrieben hat, war ‚Nachhaltigkeit‘ noch nicht das Thema. Und er hat diesen Ausspruch wohl ausschliesslich auf wirtschaftliche Entscheidungen bezogen und den ökologischen Aspekt aus dem genannten Grund garnicht berücksichtigt.

  4. Posted 3 Dezember 2007 at 8:39 am | Permalink

    Ich meine ‚Nachhaltig‘ auch nicht nur ökoogisch. Es gibt durchaus einen Unterschied zwischen Investoren, die die Rendite maximieren durch innerhalb ein halbes Jahr einen Unternehmen zu zerschlagen und Investoren die in 5- oder 10-Jahresfristen denken. Wenn ich langfristig in einem Kernkraftwerk investiere, wäre das nicht für jeden nachhaltig im ökologischen Sinn.

    Und gerade diese Längerfristigkeit ist es, was Keynes anspricht.

    Die biologisch dynamische Landwirtschaft ist übrigens schon aus Sorge über mangelnder Nachhaltigkeit entstanden bevor Keynes dieses Zitat geliefert hat. (Wir sollten nicht vergessen, was alles schon vor und zwischen den Weltkriegen gedacht und gelebt wurde. Die Nazizeit mit ihrer KZs war auch das Ende vieler Aspekte deutscher oder westeuropäischer Kultur.)

  5. Posted 3 Dezember 2007 at 4:36 pm | Permalink

    Zum ersten Absatz: stimme ich zu.
    Letzter Absatz: Es ist einges aus Sorge um Nachhaltigkeit entstanden – was ich meinte: damals war dieser Begriff nicht so in Gebrauch. Man sprach wohl von kurz- und langfristig, ohne den heute in den Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ enthaltenen Bedeutungsumfang voll zu berücksichtigen.

  6. Posted 3 Dezember 2007 at 4:38 pm | Permalink

    Stimmt


Einen Kommentar schreiben

Required fields are marked *

*
*

%d Bloggern gefällt das: