Clean Development Mechanism kritisiert.

‚Trickserei mit Klima-Zertifikate‘, meldete die TAZ heute morgen. (Irgendwann wird der Link auf dem Artikel tot sein. Danke, TAZ.)

Das Ökoinstitut hat in Auftrag des WWFs die CO2-Zertifizierung mittels dem Clean Development Mechanism untersucht. Die Ergebnisse waren ‚beunruhigend‘.

Ich finde es einen großen Fortschritt, dass das WWF sich erlaubt, kritisch nach den Kyoto-Mechanismen zu gucken. Das Problem, das beschrieben wird, ist nicht neu. Zitat:

Nach seiner Analyse liegt das Problem unter anderem bei den Zertifizierungsunternehmen, die prüfen, ob ein Klimaschutzprojekt als solches genehmigt werden kann. „Sehr häufig dokumentieren diese Unternehmen zum Beispiel nur lückenhaft, welche der gestellten Anforderungen erreicht werden. Leider stellt sich daher die Frage, wie zuverlässig die Zertifizierer sind“

Im letzten Jahr hat die Dag Hammarskjöld Foundation in What Next 48: Carbon Trading schon eine wesentlich fundamentalere Kritik geliefert. Diese Studie taucht nicht in der Literaturliste der Studie auf. Das Ökoinstitut und das WWF halten auch weiter fest an den Zertifikate-Handel. Als Ausschmeisser hatte die TAZ folgendes:

Insgesamt sei das Instrument CDM aber sinnvoll, betont Germanwatch, denn es ermöglicht den Tranfer von Technologie und erheblichen finanziellen Mitteln in Entwicklungs- und Schwellenländer. 2006 waren es rund 4,2 Milliarden Euro. Und ein Land wie Pakistan erhält inzwischen mehr Geld über CDM als über staatliche Entwicklungshilfe.

Das ist doch mindestens genau so verlogen wie ‚Klimaschutz, ja, aber Versorgungssicherheit‘ oder ‚Klimaschutz, ja, aber die Russen‘. Es kann nicht das Ziel eines Klimaschutzprogramms sein, Pakistan oder China oder mich oder Germanwatch oder wem auch immer Geld zu besorgen.

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