Preise von Energie und Essen 2

Ich war nicht der einzige, der in der letzten Woche mit den Preisen von Energie und Essen beschäftigt war. The Economist hatte ein Editorial und ein großes Artikel zum Thema, und Stan verweist auf ein Artikel bei der Associated Press. (Die AP Webseite ist aber schlecht benutzbar.)

In ‘Intelligent Commodity Hedging’ wird davon ausgegangen, dass die Preise der Agrarprodukte sich längerfristig immer wieder auf den Grenzkosten Das ergibt die Erfahrung. Was heisst das: letztendlich bestimmt der Aufwand auf den schlechtesten Boden, was der Preis fürs Essen sein wird. Oder aber: wenn das Essen teurer wird, wird auch schlechtere Boden genommen und mehr Aufwand betrieben.

Jetzt war das ganz lange wunderbar (für die Leute die nicht totgehungert sind) und mehr oder wenig ein Gleichgewicht. Jetzt, wo Getreide und Ölpflanzen auch Energielieferanten sind, entsteht ein ganz anderes System. Ich versuch mal ein Diagram wie es früher war: eine Schleife in Gleichgewicht.

Früher

Heute haben wir die gleiche Schleife, als Bremse innerhalb eines größeren Systems, das sich selber verstärkt.

Preissystem Jetzt

(Ich musste in OpenOffice Zeichnen, weil PowerSim auf die schnelle keine geschlossene Kreise hergibt.. 😦 )

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3 Comments

  1. Slawo
    Posted 12 Dezember 2007 at 11:14 pm | Permalink

    Hallo Johan,

    Ich habe Probleme mit der Interpretation deiner Schleifen. Die „früher“ Schleife verstehe Ich folgendermassen:
    Anbaufläche steigt->Produktion(Menge)steigt also das Angebot wird grösser -> Agro-Preise sinken -> Anbaufläche sinkt … dasumgekehrte Spielchen drehtsich bis man im Gleichgewicht ist.
    #
    Bei dem zweiten Bild ist mir nicht klar was Du mit Energieinput meinst ? Ich könnte mir vorstellen, dass Pflanzen usw. als „Rohstoff“ für Energiegewinnung dienen. Warum sollen dann aber die Energiepreise steigen, wenn man Mais in Biogas umwandelt ?

    /Slawo

  2. Posted 13 Dezember 2007 at 8:18 am | Permalink

    Moin Slawo,

    schön, dass du mir hier besuchst! Mein Idee ist diese: die klassischen Annahme ist, dass die Preise in der Landwirtschaft sich einpendeln auf den Grenzkosten.Wenn also ein größerer Bedarf da ist, wird weniger urbare Grund eingesetzt werden, die intensiver Bedüngt oder Bewässert wird. Die Kosten in der Landwirtschaft hängen über Dünge und Brennstoffen aber stark mit den Energiepreisen zusammen. Mehr Boden gegen höheren Kosten bewirtschaften heisst also einen größeren Energiebedarf und damit höheren Energiepreisen.

    (Obwohl kurzfristig natürlich die Energiepreise fallen, da bin ich mit dir einverstanden. Und eigentlich muss ich das Schema ausbreiten. Ich fange auch gerade erst an, etwas zu verstehen.)

  3. Posted 13 Dezember 2007 at 10:50 am | Permalink

    Heute in der ftd: Preise von Agrarrohstoffen steigen, die Vorräten werden geringer. Interressant ist auch die Meldung von Dürre. In vielen gegenden ist die Wasserversorgung schon knapp, und es wird immer schwieriger sein, ausreichend Süsswasser verfügbar zu haben. (Ich finde den Link nicht, aber auf irgendein Weltwasserforum ist das auch schon mal angesprochen. Komplett mit Kubikmeterzahlen. Süsswasser als begrenzender Faktor ist auch ein Element in Dietrich Dörners ‚die Logik des Misslingens‘. Also haben wir alle Chancen, unsere Menschlichkeit zu zeigen und unseren Fehlern zu wiederholen:-) )


3 Trackbacks

  1. […] werde meine Vorhersagen vielleicht revidieren müssen.Es ist nicht automatisch so, dass Energie teurer wird, wenn die […]

  2. […] kann es nicht gut nacherzählen, aber ich bin beeindruckt. Es passt aber auch ganz gut in meiner Wahrnehmung der Probleme mit den Biokraftstoffe. Dieser Eintrag wurde von johan steunenberg erstellt und geposted auf 14 Oktober 2008 at 9:13 […]

  3. […] könnten mal wieder Richtung Biomasse/Agrokraftstoffe schauen. Hier noch mal den Grafik, den ich hier und hier schon mal verwendet […]

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