Bloomberg über VaR und Taleb

Death of VaR Evoked as Risk-Taking Vim Meets Taleb’s Black Swan

Bloomberg hat ein Artikel über das Scheitern von Value at Risk bei den großen Banken. Und wieder Berichte von jemand der VaR nicht verstanden hat. Zitat:

Value at risk, the measure banks use to calculate the maximum their trades can lose each day, failed to detect…

Mal wieder: Nein. Var beschreibt kein maximaler Verlust. Wie Jim Christian sagt: ‘In reality, VAR only tells you how small a loss can be’. Ein 99% VAR von 10.000.000€ sagt, dass du ungefähr 3x pro Jahr mehr als 10.000.000€ (aber nicht wieviel) Verlust hast. VaR beschreibt in VaR-Speech den Verlust der mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. VaR sagt nichts aus über die Größe der Verluste die man einfahren kann in den restlichen Fällen.

Aber es geht weiter. Zitat:

The past six months have exposed the flaws of a financial measure based on historical prices […] that doesn’t anticipate every potential disaster…

Wieder falsch: VaR does not anticipate any potential disaster. VaR schaut auf normalen Marktbewegungen. Für ‚potential disaster‘ gibt es Stress Tests und Szenarioanalysen. ‚System Dynamics‘ Simulationen wären auch angebracht, ich habe aber noch nicht gehört, dass die im Trading-Umfeld eingesetzt werden.

Und dann das hier:

„Morgan Stanley Chief Financial Officer Colm Kelleher is coming to the realization that no algorithm or triple-A rating can substitute for old-fashioned due diligence„.

Wer hat ihm dann gesagt, dass er das tun soll? VaR ist entstanden, weil irgendein CEO morgens eine Zahl auf dem Tisch haben wollte um die Gesamtposition zu überblicken. Der hat aber nicht gesagt, dass man den Due Diligence nicht machen soll. Man sollte nur ihm nicht damit belästigen.

Ich bin gespannt, wie die gesamte Diskussion ausgeht. Aber wenn VaR jetzt auf Basis falscher Argumente verpönt wird, gibt es wenig Hoffnung, dass die Alternative besser sein wird.

One Trackback

  1. […] test nor the ability-to-understand test’. Und diese Gründe lassen sich nicht regulieren. Das ist jetzt due diligence, Ernie. This entry was written by johan steunenberg and posted on 4 Februar 2008 at 1:53 […]

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