Oliver Sacks

Das Buch ist schon alt, aber ich habe es jetzt erst gelesen. Oliver Sacks beschreibt in ‚Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte‘ die Lebensgeschichten von Menschen/Patienten, die er gekannt hat. Er ist Neurologe, und die Lebensgeschichten sind manchmal skurril. Ich fand es schön, wie respektvoll er seinen Patienten gegenüber ist. Er ist immer in der Lage, die Menschlichkeit in seinen Patienten zu zeigen und damit auch unsere Definition von Menschlichkeit zu ergänzen. (zu hinterfragen?)

Die Einsicht, dass er ganz viel Zeit steckt in dem individuellen Patienten, hat mich am meisten getroffen. Hier ist ein ziemlich genialer Wissenschaftler, der seine Zeit steckt in ganz kleinen Begegnungen, um daraus zu lernen und immer besser zu werden.

Ich denke gerade darüber nach, wie es mit meiner Arbeit weiter gehen kann. Ich will meine Talenten so gut wie möglich anwenden, gut sein in den Dingen die ich mache und immer besser werden. Es kann aber gut sein, dass ich auf einem Holzweg bin. Das ich viel zu ‚gierig‘ bin, zu gehetzt. Das Leben ist zwar kurz, aber es nützt auch keinem etwas, wenn ich dann gar nichts richtig mache.

Meine ganze Familie liegt dazu noch flach mit irgendeiner Grippe, und ich komme kaum zum Arbeiten. Ich ärgere mich fürchterlich aber letztendlich bin ich zufriedener, wenn ich den Haushalt einigermaßen geregelt kriege, als wenn ich hier an meinem Rechner sitze und über die Welt sinniere.

In diesem Sinne: ich habe noch eine Wäsche aufzuhängen.

Advertisements

2 Comments

  1. Posted 9 Februar 2008 at 11:57 am | Permalink

    Die Buchkritiken lesen sich interessant, habe mir das Buch bestellt, bin gespannt.
    Ob man auf dem Holzweg war, merkt man manchmal spät. Aber gibt es Sicherheit, nicht auf dem Holzweg zu sein? Ich glaube nicht; wenn man auf diese Sicherheit wartet, macht man garnichts. Überlegungen anstellen, was gut und richtig ist, sollte man immer. Aber an einer Stelle muss man dann eine Entscheidung treffen. Das ‚garnichts richtig‘ ist, glaube ich nicht. Das sieht man häufig dann kritisch, wenn man in angespannten Situationen ist und viel um die Ohren hat oder wenn man sich in einer Übergangsphase befindet. Mit jemanden darüber sprechen, hilft oft weiter.

    Wenn Deine Familie wieder gesund ist, entspannt sich sicher einiges. Kopf hoch und weiter! 🙂

  2. Posted 9 Februar 2008 at 8:23 pm | Permalink

    Danke schön. Ich warte mal ab. Und die Sicherheit gibt es natürlich objektiv nicht. Aber im Herzen schon.


Einen Kommentar schreiben

Required fields are marked *

*
*

%d Bloggern gefällt das: