Die Weisheit der Vielen

ich lese gerade James Surowieckis ‚Die Weisheit der Vielen‘.

Die Theorie ist erstaunlich – und logisch. Die Beispiele suggerieren, dass es funktioniert. Und ganz wenigen trauen sich, die Theorie umzusetzen, weil es jedem Kontrollbedürfnis widerspricht.

Die Theorie ist wie folgt: lasst viele Menschen unabhängig voneinander sagen, wie sie eine Situation einschätzen. Nimm irgendwie den Durchschnitt derer Meinungen, und Du hast ein besseres Ergebnis als wenn Du ein oder zwei Experten fragst. Die Logik dahinter: viele Leute haben ein Informationen. Alle Informationen sind fehlerhaft. Wenn Du aber alle Meinungen zusammenzählst, werden die Fehler einander aufheben. Die Wahrheit wird aber zusammengezählt werden. Die Fehler sind eher zufälligerweise verstreut, die Realität ist immer gleich.

Das Buch bietet einige wirklich überzeugende Beispiele. Es wäre wirklich spannend, so etwas mal in Bewegung zu setzen. Web 2.0 ist vielleicht so was, aber wie wäre es, im Unternehmen etwas mit diese Art von Entscheidungsfindung zu machen?

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4 Comments

  1. Posted 20 Februar 2008 at 8:31 pm | Permalink

    Der Hinweis auf Web 2.0 ist interessant. Ist mir auch schon durch den Kopf gegangen – es gibt dort ja gigantische Informationsmengen, aber wie findet man den ‚Durchschnitt‘ – durch googeln oder soll man spezielle Befragungen über das Netzt starten?

  2. Posted 20 Februar 2008 at 10:34 pm | Permalink

    Der Surowiecki redet von Märkte oder Wetten. Der Vorteil von Wetten oder Märkte ist, dass jeder einen guten Grund hat, die Sache nach bestem Wissen anzugehen. Ansonsten besteht die Chance, dass man in der Gruppe mitpfeift. Der Anpassungsdruck (von innen aus) kann schon sehr groß sein.

    Im rumschauen bin ich jetzt auf ‚enterprise 2.0‘ gestossen. Ich schau mal, ob das interressant ist. Einfach wird es nicht sein.

    Schöne Grüße

  3. Posted 21 Februar 2008 at 9:50 pm | Permalink

    Vielleicht ist das auch ausserhalb Wetten und Märkte wirksam? Wenn man z.B. aus dem Web alles zu einem bestimmten Thema herausfiltern würde und dann die Bewertung und ‚Durchschnittsermittlung‘ vornehmen würde/könnte (zugeschnitten auf das Thema) – vielleicht würde dabei auch ‚Die Weisheit der Vielen‘ wirken. Ist natürlich ungleich schwieriger, als bei Wetten und Märkten, wo es meist um Quantifizierbares geht.

    Grüsse ins Oldenburgische

  4. Posted 22 Februar 2008 at 7:08 am | Permalink

    Laut James Surowiecki ist Google auch so ein Mechanismus. In der Hinsicht seit ihr euch einig. Andererseits findest du im Web auch viele Leute die sich gegenseitig bestätigen. Es gibt keinerlei Anreiz, sich auf die eigenen Fehler zu beschränken. Der Trick, wo Surowiecki an anknüpft, ist, dass jeder daneben liegt. In wie ferne ist Zufall. Wo neben aber nicht. Ausgiebige Kommunikation nimmt aber den Zufall aus dem Danebenliegen weg.


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  1. […] Weisheit der Vielen 2 Ich bin fertig mit James Surowieckis ‘Die Weisheit der Vielen’. Als ich vor einigen Tagen das Buch beschrieb, […]

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