RWE-Großmann auch

FTD.de – Industrie – Nachrichten – RWE-Chef befürchtet harte Zeiten

Nachdem ich gestern schon EOn-Bernotat und Vattenfall-Josefsson zitiert habe, hier noch ein Zitat von RWE-Großmann:

„Unter dem Strich sehen wir uns einer Energiepolitik ausgesetzt, die sehr viel Wert legt auf Ökologie, aber vielleicht zu wenig auf Ökonomie und Versorgungssicherheit“

Aber trotzdem:

 „In etwa zehn Jahren werden wir europaweit zu den führenden Anbietern von Strom aus erneuerbaren Energien gehören“, kündigte der Vorstandschef an.

Das wird ein buntes Grün sein, dass da aus der Steckdose kommt. Ich glaube es ihm aber nicht. Ich glaube es Bernotat nicht. Und ich glaube es Josefsson nicht. Obwohl ich bei ihm manchmal zweifele. Keiner von den Versorgern wird sagen: ‚Komm, wir streichen mal einiges zusammen, was wirklich nicht gut ist, obwohl wir da einen Verlust hinnehmen müssen. Wir legen mal Geld zusammen für ein wirklich ambitioniertes Projekt. Wir schauen mal, wie wir eine dezentrale Energieversorgung sicher stellen.‘ Stattdessen werden diese große Unternehmen zentrale Lösungen befürworten, und die Herausforderungen erst gar nicht sehen wollen.

Herr Großmann, Sie sehen sich einen Energiepolitik ausgesetzt, die sehr viel Wert legt auf Ökologie, weil sie keinen Energiepolitik machen, die sehr viel Wert legt auf Nachhaltigkeit. Sie sind dem nur ausgesetzt, weil sie den nicht wollen, aber es sich nicht leisten können, laut ‚Nein, nein, nein‘ zu schreien und mit den Füßen auf den Boden zu stampfen.

Ich hoffe noch immer auf einen schönen Impuls aus Hessen.

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2 Comments

  1. Posted 23 Februar 2008 at 10:54 am | Permalink

    Die Meldungen habe ich auch gelesen und teile Deine Einschätzung. Das sieht mir alles nach „auf den fahrenden Zug aufspringen“ aus und nicht nach echter Absicht.

  2. Posted 23 Februar 2008 at 1:00 pm | Permalink

    Ich habe verschiedene Gedanken dazu, einen Urteil habe ich nicht.

    -Wir werden wohl nicht um RWE, EON, Vattenfall, EnBW rumkommen, wenn wir 100% erneuerbaren Energien in Deutschland wollen.
    -RWE hat Vahrenholt eingestellt für die Sparte ‚Erneuerbare‘. Trotz seine Begeisterung für Kernkraft als Übergangslösung, die ich nicht teile, ist er jemand mit ein Herz für erneuerbare Energie. Ich glaube schon, dass es Absicht ist. Trotzdem sind nach meiner Einschätzung alle große Versorger so richtig trotzig, dass die Entscheidungen politisch statt ingenieurmäßig genommen werden. In alten Monopolzeiten waren sie diejenigen, die gesagt haben, was wichtig ist.
    -Die große Versorger stehen für große Projekte. Mega-Offshoreanlagen, riesige Gezeitenkraftwerken usw. Das werden sie weiter treiben, und damit die Luft dünner machen für kleinere Projekte. Die Einspeisevergütung für Onshore-Windanlagen geht runter, für Offshore Anlagen geht hoch. Das ist an sich in Ordnung, aber wem nützt es? (Das ist eine rhetorische Frage..)
    -Es ist natürlich auch Taktik: wenn ich als großer Versorger mit ein dickes Bankkonto verhandele über einen Standort, ist es ganz schnell meins. Ich kann da immer noch was verschlampen, jedenfalls ist dieses Standort nicht mehr für begeisterte Neukömmlinge verfügbar.

    Letztendlich sind es alles nur meine Fantasien. Wer weiß schon was.


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