FTD.de – Der Klimaklotz zwischen Schwarz und Grün – Kompromissvorschlag

FTD.de – Kompromissvorschlag Moorburg

Speziell dieses Zitat interessiert mich: Aus Sicht der Grünen könnte eine solche Alternative aus mehreren dezentralen Gaskraftwerken bestehen, die mit 90 Prozent einen deutlich höheren Wirkungsgrad aufwiesen. Solche Kraftwerke hätten laut dem Grünen-Umweltexperten Christian Maaß einen nur halb so hohen CO2-Ausstoß wie Kohle. Falls die Zertifikate für den CO2-Ausstoß künftig nicht mehr verschenkt würden, seien sie zudem wirtschaftlicher.

Ist das denn so? In meinem Verständnis werden die CO2 Preise jetzt auch einkalkuliert. Das muss auch: die Betreiber haben die Wahl, entweder ein Kohlekraftwerk anzufahren, oder die Hälfte der Zertifikate zu verkaufen und ein Gaskraftwerk anzufahren. Dabei  ist es nicht relevant, was sie für die Zertifikate bezahlt haben, sondern nur, welcher Wert sie heute haben.

Wir müssen keine Märchen erzählen. Die Fakten sind klar:

  1. Klimatechnisch ist die Gaslösung besser.
  2. Wirtschaftlich wird das ganze erst bei wesentlich höheren CO2-Preise. Die Preise werden erst höher, wenn die Menge an Zertifikate kleiner wird; auch die Menge, die aus JI- aus CDM-projekte entnommen werden darf.
  3. Dadurch werden die Strompreise noch höher werden. Dass die Stromintensive Industrie damit Probleme ha, dürfte klar sein.
  4. Die Abhängigkeit ist ein Argument. Bei Kohle gibt es aber eine versteckte Abhängigkeit von Öl, denn wie kommt die Kohle zu Moorburg? Der ‚Cape Vessel‘ fährt mit Öl. Moorburg soll 40 Jahre laufen? Und wie lange sind die Frachtraten noch tragbar? Man kann die Frachtrate vielleicht für 2 Jahre handeln an der Baltic Exchange, aber danach ist das ein schwarzes Loch. (Mein Tipp des Tages: investiere jetzt in ein Schiff-Abwrackwerft, denn sie bauen Schiffe wie verrückt auf Basis der Margen von heute; die werden morgen nicht mehr eingehalten.) (Und komm mir nicht mit der Argumentation, dass alternative Ölquellen angebohrt werden. Die Gewinnung von Öl aus z.B. ‚Tarsands‘ ist Energieintensiv. Das die Einschätzung der Kosten für dieser Art Gewinnung sich in zwei Jahre Zeit (gefühlt) mehr als verdoppelt hat deutet für mich darauf, dass die Energiekosten für diese Prozesse mit den Preisen von heute bewertet werden. Jeder Prozess, ob Ölsand oder Bio-Sprit, wo kaum mehr Energie auskommt als rein fließt, ist auf dauer nicht tragbar.)

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