taz.de – Kommentar Agrokraftstoffe: Biosprit-Gegner frohlocken

Die TAZ veröffentlicht heute wieder ein Kommentar in der Serie ‚Kommentare, die die Welt nicht braucht‘.

Bernward Janzing schreibt auf der Vorderseite der TAZ sein Kommentar: Biosprit und Hungeraufstände.

Erst zieht er die Biosprit-Gegner in der Kategorie der Ewig-Gestrigen:

Schon können all diejenigen in den Industrieländern frohlocken, denen Klima- und Umweltschutz schon immer suspekt war: „Seht doch, wohin euer Ökoquatsch führt.“

um nach einigen rhetorischen Schlenkern zum folgenden Schluss zu kommen:

Das Fazit darf nicht heißen: Bioenergie ist aus humanitären Gründen unvertretbar. Es muss stattdessen lauten: Bioenergie ist nur vertretbar, wenn sie in regionalen Wirtschaftskreisläufen genutzt wird. Wenn zum Beispiel ein hiesiger Landwirt Energiepflanzen anbaut und diese in seiner Biogasanlage in Strom und Wärme umsetzt, so ist das unbedingt begrüßenswert. Wir brauchen die Bioenergien schließlich als Bestandteil einer ökologischen und klimaverträglichen Ökonomie.

Und wo, lieber Herr Janzing, bekommt der hiesiger Bäcker sein Mehl her, wenn der hiesiger Landwirt sein Acker mit Energiepflanzen vollpflanzt? Doch vom gleichen Weltmarkt, oder?

Die Produktion von Lebensmittel wird nicht nur bedroht durch Biokraftstoffe. Es gibt noch andere Randbedingungen, die unter Druck stehen: Versalzung der Böden, Wassermangel, Erosion, Klimaänderung, immer mehr Menschen. Alles Sachen, die die Probleme noch verschlimmern. Agrokraftstoffe  haben eigentlich nur 2 Probleme:

  1. Sie kosten mehr Energie als sie liefern.
  2. Sie vertuschen das eigentliche Problem: das unsere Art zu Wirtschaften und unsere Mobilität nicht nachhaltig ist.

Und dann gibt es einen Haufen ganz nette Leute, die sich mit dem Thema verbunden haben. Jetzt können sie schlecht loslassen.

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One Comment

  1. Posted 14 April 2008 at 1:31 pm | Permalink

    Sehr richtig!


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