Schlechtes Gewissen reicht nicht

Die TAZ stellt heute ein Buch vom Sozialpsychologen Harald Welzer vor: taz.de – Sozialpsychologe Welzer über Klimaschutz: „Schlechtes Gewissen reicht nicht“

Ich werde mich das gleich bestellen. ‚Klimakriege‘ zeige die soziale Dimensionen des Klimawandels, auch bei uns. Hier hat er mich überzeugt:

Was wieder nur wie die übliche Verzichtslitanei klingt.

Auf keinen Fall. Das Argument, dass Verzicht nicht zumutbar sei, unterschlägt, dass wir bereits jetzt verzichten.

Inwiefern?

Es wird zum Beispiel auf Sinnerfüllungen verzichtet, die an den Konsum delegiert werden. Es wird auf mögliche Formen von Teilhabe und Gleichheit verzichtet. Man kann einfach die Perspektive umdrehen. Wir können mal sortieren, worauf wir in der Gegenwart verzichten, dadurch, dass wir diesen Lebensstil der Verschwendung pflegen. Wir verzichten auf Gerechtigkeit den kommenden Generationen gegenüber, wir verzichten auf die Einhaltung jener Moralität, die auf jeder Gedenkveranstaltung beschworen wird. Wir produzieren permanent Dissonanz.

Und der Schluss:

Ist es eine Hilfe, dass es so schleichend geht?

Langsam für wen? Die Katastrophen sind in Darfur oder Tuvalu schon da. Aber solange wir hier keine Katastrophe haben, ist unser Handlungsraum relativ weit offen, und den gilt es auch zu nutzen. Wenn hingegen eine Katastrophe stattfindet, ist der Handlungsraum plötzlich unheimlich eng, und dann passieren Dinge, die man nicht mehr frei entscheiden kann. Deshalb müssen wir jetzt begreifen, wie groß das Problem ist.

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One Trackback

  1. By Klimakriege « – was einer so denkt – on 8 Mai 2008 at 8:15 pm

    […] Ich habe ‘Klimakriege’ von Harald Melzer zu Ende gelesen. (Ich hatte schon vor einigen Wochen über das Buch geschrieben.) Das war eine düstere […]

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