Energie sparen und der Markt 2

Ich habe ‚Mind the Gap‘ jetzt zu Ende gelesen. Und ich bleibe dabei, dass das Buch eher politische als wissenschaftliche Zwecke dient.

Noch mal rekapitulierend: das Buch stellt fest, dass ‚der Markt‘ nicht in der Lage ist, Energieeffizienz herbei zu führen. Das liegt nicht am Markt, selbstverständlich, aber an der Qualität der Markt. Eine der Gründe, dass der Markt von schlechter Qualität ist, könnte das Principal-Agent Problem sein. Dann wird geschaut, ob in bekannten Märkten ein Principal-Agent Problem vorhanden sein könnte, und wenn ja, welche Menge an Energie betroffen sein könnte. Am Ende steht dann als Schlussfolgerung, dass die Daten nicht vollständig sind, und dass weitergeforscht werden muss.

Interessant ist, dass zwischendurch immer wieder deutlich wird, dass die japanische ‚Top Runner‘ Anforderung eine sehr effiziente Maßnahme ist. Ohne zu schauen, welcher Teil vom Markt vom Principal-Agent Problem betroffen ist, wird einfach die Energieeffizienz von Geräten und Anwendungen immer an seinen Obergrenzen gezwungen.

Das Buch beharrt also auf die Erforschung von Lösungen, die ein ‚Marktversagen‘ korrigieren, obwohl ganz einfache ordnungspolitische Mechanismen vorhanden sind. Das wird ziemlich politisch, wenn man die US-amerikanische Situation betrachtet. Hier ist es nämlich so, dass die Environmental Protection Agency (EPA) nur marktgerechte Maßnahmen treffen darf. Unternehmen können immer klagen, wenn sie meinen, dass eine Maßnahme den Markt verzerrt. David M. Driesen hat diese Dynamik treffend beschrieben in sein The Economic Dynamics of Environmental Law.

Oder in postmoderne Rhetorik: das Buch verlegt den ‚Discours‘. Wir reden nicht über effiziente Maßnahmen, um Energie zu sparen, sondern über ein Marktversagen und wie wir die Marktmechanismen wieder wirken lassen können, damit implizit bestätigend, dass der Markt ‚an sich‘ zu den besten Lösungen kommt.

Meine Schlüsse sind:

  • Das PA-Problem ist interessant und kann einiges erklären.
  • Wenn man eine Lösung hat, bevor man sein Modell des Problems quantifiziert hat, muss man mit der Lösung anfangen.
  • Man kann schon viel Hirnschmalz versenken.
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