Der zögerliche Negawatt

The Economist hat ein Artikel zum Thema ‚Energieefizienz: Wenn es Geld bringt, warum machen es nicht alle?‘ Es sind 3 Seiten anstatt 200 Seiten ‚Mind the Gap‘, und breiter.

Energy efficiency | The elusive negawatt | Economist.com
If energy conservation both saves money and is good for the planet, why don’t people do more of it

Ich fand den Artikel interessant und ungenau:

The McKinsey Global Institute (MGI), the research arm of the consultancy, thinks that energy efficiency could get the world halfway towards the goal, espoused by many scientists, of keeping the concentration of greenhouse gases in the atmosphere below 550 parts per million.

Wie schon mal geschrieben, ist 450 ppm. ein vernünftiges Ziel, dass in der Form auch von Vattenfall verfolgt wird/wurde. In die gleiche Vattenfallstudie wurde auch schon die Energieeffizienz als Quelle für Emissionsminderung beschrieben, übrigens nicht zu einem dermaßen großen Anteil wie der Artikel suggeriert.

The problem, analysts explain, is a series of distortions and market failures that discourage investment in efficiency.

Da sind wir wieder. Der Markt kennt keine ‚Failures‘. Wer ‚Marketfailure‘ sagt möchte nur nicht denken, dass der Markt nicht seligmachend ist. Aber das habe ich vor kurzem schon ausreichend bejammert.

Für mich neu war,

  1. dass der Gabrielschen Herangehensweise an der Minderung der CO2-Emissionen von Autos aus der USA übernommen ist. (Wer größere Autos baut darf sie weiterhin mehr emittieren lassen.)
  2. das Geschäftsmodel der ESCos oder Energy Services Companies, und die Einschränkung, dass 80% der Kundschaft dieser ESCos im öffentlichen Bereich liegen. (ESCos bieten Energiesparmaßnahmen bei Kunden an, wobei der Kunde weiter das gleiche bezahlt, und der ESCo die Ersparnisse in der Tasche steckt.)
  3. das ‚decoupling‘ Modell in California, wobei Utilities mehr Gewinn machen, wenn sie weniger Strom gebrauchen. Interessant ist, dass gerade diese Gedanken – wie verdiene ich ausreichend während ich weniger Energie verkaufe – in Deutschland vom ‚Markt‘ kommen. Vgl. dazu das Interview, dass EWEs Dr. Werner Brinker im E&M Jahresmagazin 2007 gab.

Und zum Schluss, irgendwo in ‘Mind the Gap’ auch so benannt:

However, no matter what methods governments adopt to encourage energy efficiency, the results may not be as impressive as they imagine. The culprit is something called the “rebound effect”. Falling demand for electricity or fuel brought on by an efficiency drive should lead to lower prices. But cheaper energy, in turn, is likely to prompt greater consumption, […] which is likely to involve the consumption of fuel and power. […] Either way, negawatts are worth pursuing. But they are unlikely to satisfy the world’s thirst for energy to the extent their advocates assume.

Der Markt eben…

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