Datenbasis der Politik

Aus gegebenen Anlass habe ich noch mal bei der EIA nachgeschaut, welche die Datenbasis der US-Energiepolitik ist. Wer die Daten sieht, kann sich vorstellen, dass ich am Russischen Frachter ‚MCL Trader‘ denken musste..

Daten auf EIA-Webseite am 25. Mai 2008:

Das ist noch schlimmer als erwartet. Eigentlich habe ich eine andere Grafik gesucht, denn in März hatte Guy Caruso eine neue Studie versprochen. Wo im Worst Case Szenario Ölpreise von 135$ bis 2030 möglich wären. Ganz im Gegensatz zur Studie vom Letzten Jahr, wo bis 2030 im Worst Case Szenario nur 100$ zu erwarten waren..

Ich habe dann auch schnell in Glos‘ Häuschen geschaut, und sehe da: das BMWi arbeitet mit dem EWIErgebnis aus 2005. Sie hat auch noch ein EWI-Szenario aus 2006 beigelegt, dass etwas höheren Ölpreise (aber niedriger als die EIA-Daten hier oben) in Betracht nimmt, aber auch sagt, dass das eigentlich gar nicht geht…

Hier die Prämissen der Studie „Auswirkungen höherer Ölpreise auf Energieangebot und -nachfrage“:

Es sei betont, dass Einschätzungen der zukünftigen Ölpreisentwicklung erfahrungsgemäß
stark von der jeweils aktuellen Preisentwicklung beeinflusst sind. Daher ist es – insbesondere
im Falle langfristiger Projektionen – von Bedeutung, die fundamentalen Determinanten von
Angebot und Nachfrage nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Autoren sind der Auffassung,
dass dauerhaft wesentlich höhere Ölpreise als in der Referenzprognose unwahrscheinlich sind.
Der Hauptgrund ist: Ein Ölpreis von langfristig 30 $/bbl oder darüber führt neben einer
Dämpfung des Nachfragewachstums zu erheblichen Ausweitungen des Ölangebots.
Zusätzliche konventionelle Ölvorkommen außerhalb der OPEC, die Realisierung höherer
Entölungsgrade und die Förderung nicht-konventioneller Öle werden dann rentabel. Bislang
beruhten Investitionsentscheidungen der meisten Ölunternehmen in Exploration und
Fördertechnik auf langfristigen Ölpreisen von 20-25 $/bbl. Physische Knappheiten von
Ölressourcen werden für die kommenden Dekaden nicht gesehen.

Es weckt natürlich sehr viel Vertrauen, dass die Energiepolitik in Deutschland auf einer gediegenen Studie aus 2005 aufbaut. Die Realität kann uns nicht erschrecken.

Übrigens, für wenn die TAZ in der Zukunft das Artikel wieder offline hat:

Vor der Ostseeinsel Bornholm setzt ein russisches Schiff für Atomtransporte auf Grund auf, weil der Kapitän betrunken war. Glück im Unglück: Der Frachter war leer

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