Genau was ich jetzt brauche 4

Ich habe ‘Power System Economics’ zu Ende gelesen. Und was habe ich jetzt gelernt?

1) Man kann einen Markt nur richtig liberalisieren, wenn man auch den Realtime Markt liberalisiert. Alle andere Märkten kann man gegen den Realtime Markt optimieren. Was bedeutet das jetzt für den Deutschen Markt? Erstens meint Steve Stoft, dass man den Day Ahead Markt nicht Spotmarkt nennen kann. Damit liegen wir hier schon mal falsch, aber das braucht uns keine Sorgen zu machen. Das wir damit aber etwas vertuschen – denn unsere Realtime Markt spielt sich im Verborgene ab – könnte schon Konsequenzen haben.

2) Preis sollten lokal sein. Wenn Kosten aus Netzverluste und Netzengpässe aus den Strompreisen wegabstrahiert sind, werden die falschen Zeichen gesetzt. Was bedeutet das für Deutschland? Hier werden alle Netzkosten auf den Verbrauchern umgelegt. Das heißt, dass eine Investorin nicht nachzudenken braucht, wo sie ein Kraftwerk oder eine energieintensive Industrieanlage baut. Windanlagen werden an der Küste oder im Meer gebaut, obwohl die Energie in Bayern und Baden Würtemberg gebraucht wird. Die Kosten für Netzausbau und Netzverluste findet man überall in der Stromrechnung wieder, die Anlagen werfen eine höhere Rendite für Investoren ab als wenn sie da gebaut werden würden wo der Strom gebraucht bzw. erzeugt wird.

3) Hohe Gewinne beweisen nicht die Ausübung von Marktmacht, niedrige Gewinne beweisen keinen Unschuld. Marktmachtausübung bringt kosten mit sich, während der Nutzen sich verteilt. Ich kann nicht beurteilen was das für uns bedeutet, aber für mich war es ein Augenöffner 🙂

4) Es sieh so aus, als obes in der US einen öffentlichen Diskussion über die Deregulierung gegeben hat. Ich kenn die Diskussion nicht, die es hier gegeben hat. Hat es eine gegeben?

5) Ich habe das Poolmodell verstanden.

6) An eine Stelle beschreibt Steve Stoft, was der Unterschied ist zwischen Theorie und Praxis. Hier macht er ganz klar, dass es zwar langjährige Durchschnittswerte geben kann, aber dass die nichts nutzen, wenn man vorher Pleite ist, weil 5 oder 10 Jahren unter- ober überdurchschnittliche Situationen vorhanden waren. Das ist, wo Andy Ford’s Analyse der Californische Stromkrise ansetzt.

Mein Fazit: das Buch bringt auf eine praktische und pragmatische Weise die neoklassike Wirtschaftstheorie mit den Realitäten der Stromwirtschaft zusammen. Dynamische Zusammenhänge werden dabei größtenteils ausser acht gelassen. Da habe ich also etwas zu tun.

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