Der eigene Energieverbrauch – was mach ich denn konkret?

Wir haben im Moment eine spannende Auseinandersetzung in unserem Haus.

Als Einführung: wir sind ein Eigentümerverein von drei Familien und teilen die Heizung. Das Haus ist 25 Jahre alt, die Heizung auch. Wir überlegen seit einigen Jahren, dass wir mal eine neue Heizung bräuchten. Jetzt haben wir einen Energieberater im Haus gehabt. Und werden uns nicht einig. Das bringt mich ins grübeln.

Wir sind politisch alle mehr oder weniger im grünen Teil des Spektrums zuhause. Wir machen uns alle Gedanken über das Klima. Wir finden es alle wichtig, keine unnötige Energie zu verbraten. Wir sind alle relativ gut informiert und sind uns einig, dass wir irgendwann eine neue Heizung brauchen.

Was hält uns jetzt von einer Entscheidung ab? Wir haben unterschiedene finanzielle Spielräume und Finanzplanungen. Wir sind unsicher, welche Informationen stimmen und wenn wir uns sicher sind, laufen unsere Meinungen trotzdem auseinander. Und jetzt hat uns der Energieberater ein Gesamtkonzept geschrieben, das uns die Möglichkeit eines KfW-Kredits öffnet. Das Preiskärtchen zeigt ungefähr das 15-fache einer neuen Heizung…

Was gibt es genau für einen grüblig geborenen Grübler zu grübeln?

  • Wenn ich als ‚Spezialist‘ schon Schwierigkeiten habe, hier Entscheidungen zu treffen, wie muss das dann bei anderen sein?
  • Wie komme ich zu betraubare Informationen? Vertrauen war ein Thema in unseren Gesprächen. Widersprüchliche Informationen ein zweites. Wie kommt man zu ‚vernünftigen‘ Entscheidungen, wenn die Informationen mit wirtschaftlichen Hintergedanken weitergegeben werden? Gesternabend hat mir einen anderen Energieberater noch erzählt, dass sogar die Bewertungskatalog des KfW mit ‚Unterstützung‘ der Industrie zustande gekommen ist. Das würde nach seiner Meinung Erdwärme über- und Pelletheizung unterbewerten.
  • Wie kann man ein stabiles Finanzierungskonzept erstellen in so eine Konstellation wie unsere?
  • Ich frage mich, was die Effekte solcher KfW-Programme sind. Die Hälfte der Kosten, die bei uns entstehen würden, bezieht sich auf die Fenster. Da liegt aber kaum einen energetischen Gewinn. Wenn wir aber die Fenster nicht austauschen, erreichen wir einen bestimmten Standard nicht.
  • Ich fühle mich in diesem Kontext handlungsunfähig. Ich gehe nicht davon aus, dass ich da eine Ausnahme bin. Das hat aber düstere Konsequenzen: wenn viele Leute sich handlungsunfähig fühlen, werden die Entscheidungen im besten Fall von Technokraten Technikern vorangetrieben.

Und da ich auch zu den Technokraten gehöre, erhöht das oben geschriebene nicht gerade mein Vertrauen 😦

Advertisements

Einen Kommentar schreiben

Required fields are marked *

*
*

%d Bloggern gefällt das: