YouTube – Roubini and Taleb discuss the crisis

YouTube – Roubini and Taleb discuss the crisis

Dr. Doom and the Black Swan. Interessanter Diskussion.
Roubini und Taleb sind Klasse. Was mich aber intrigiert ist die Hektik der Interviewer.

(Via CalculatedRisk) ist d

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7 Comments

  1. Posted 18 Februar 2009 at 11:37 am | Permalink

    Die Hektik der Interviewer ist CNBC – das war wie immer – ob FastLane, Jim Cramer oder diese Sendung, die quasseln schneller als sie denken.

    Roubini (Dr Doom) hat in seiner 3 bis 4 Billionen Einschätzung Recht unter der Annahme, dass alle MBS inkl. assozierter Derivate hops gehen, weil die Ex-US-Häuslebesitzer lieber in Motels oder sonstwo leben wollen und folglich auf ihre alten Hütte inkl Kredite pfeifen.

    Taleb (Black Swan) will US-Banken verstaatlichen. Aber warum? Er hat es angedeutet Anreizsysteme – Wir reden über Organisationsgestaltung in Banken. Siehe dazu ‚einführend‘:
    http://www.nytimes.com/2009/02/11/opinion/11wilmott.html?_r=1

    Ob Verstaatlichung der Königsweg ist kontrovers. Zumindestens müssen es ‚personelle Widerstände überwunden‘ werden damit Bankmitarbeiter ein gehedgeteres Anreizsystem bekommen.

    Eine krasse andere Meinung ist die von Jim Rogers (vom 13 Feb.), der meint, dass man Banken hätte krachen gehen lassen müssen, weil dies ein Boomerang ist

    http://oekonomie.wordpress.com/2009/02/18/selektion-die-unangenehme-eigenschaft-der-marktwirtschaft/

  2. Posted 18 Februar 2009 at 1:17 pm | Permalink

    Hm. Roubini will auch verstaatlichen, oder? Und ‚krachen gehen lassen‘ und verstaatlichen widerspricht sich nicht. Ich würde sogar sagen, dass ‚krachen gehen lassen‘ die beste Voraussetzung für Verstaatlichung ist: wenn man die Bude von den Insolvenzverwaltern übernimmt, kann man die volkswirtschaftliche Schäden einschränken – dafür ist die Insolvenzverwaltung da – ohne die Aktionäre unnötig zu entlohnen.

  3. Posted 18 Februar 2009 at 8:53 pm | Permalink

    Ob aufgedrängte Deals (z.B. Merill Lynch und Bank of America), die Bürgschaften (d.h. ‚Warst du immer lieb?‘) oder auch eine Verstaatlichung von Banken braucht immer ein GO von der Zentralbank (‚Mama‘).

    Zur BRD: Die Verstaatlichung einer Bank selbst benötigt auch ein gewisses direktes Interesse der Staatsregierungen selbst. Zum Beispiel, die HRE/Depfa ist Kreditgeber für ’staatliche‘ Investitionsprojekte. Geht die HRE/Depfa krachen, wird auch die Finanzierung laufender staatlicher Projekte steigen – Nimmt der Staat selbst direkt Kredite auf, um diese der HRE zu geben, dann läuft es auf dasselbe hinaus – Die Finanzierungskosten der Staaten steigt. Eine Zwickmühle. Aus Sicht der Staatsregierungen macht das Krachenlassen sogar Sinn, weil sie so oder so ihr Fett weg kriegen. Die einzigen die Krachlassen garnicht witzig finden, sind die Zentralbanken, weil die dann eine Währungskrise serviert bekommen (Wie war das nochmal ‚Jim Rogers‘ = ‚Quantum Fund‘ = ‚George Soros‘ = ‚Britischer Pfund Krise’…ein Schelm der Böses dabei denkt).

    Die BRD als Kreditnehmer hat in den letzten Jahren auch davon profitiert, dass Banken wie die HRE/Depfa, Sachsen LB oder IKB richtig dick die Zinsstrukturkurve gesurft sind. Bei einer Reihe von Landesbanken ist das so ähnlich. Billig Infrastrukturprojekte wuppen und dann auch noch ein paar Millionen Dividende einstreichen – Das Perpetuum Mobile, Wow! Natürlich heißt es jetzt, die Banken haben ‚unverantwortlich‘ oder so gehandelt – Das ist ein bisschen scheinheilig. Und es fast lächerlich, weil wir nur über so ein paar Prozentpunkte Fristentransformation-Gier der öffentlichen Haushalte reden. Fragen Sie mal ein Versicherungsunternehmen, was die von Zinsstrukturkurvensurfen halten: Ahhh, Pest & Cholera, Teufelszeug,…

    Oder die USA. Wer gibt denn den Bundesstaaten wie Kalifornia die Kredite? Natürlich, das sind auch diese ‚bösen‘ Privatbanken, die nun reihenweise umfallen, und nun zurück zu ‚Mama FED‘ kommen.

    Also am Ende haben Dr Doom und der Black Swan irgendwie schon Recht, weil die Verstaatlichung vieler (nicht aller) Banken ‚unvermeidbar‘ ist bzw. der Staat so oder so seine Zeche bezahlen muss. Der Rogers hat aber auch Recht, dass Köpfe rollen müssen (Die Insolvenz ist nur der ‚harte Weg‘ dafür), weil ansonsten für ca. ein Jahrzehnt eine stagnierende Zombieökonomie mit massiver Ressourcenfehlallokation a la Japan entsteht.

  4. Posted 19 Februar 2009 at 7:37 am | Permalink

    So sehe ich es auch. Was aber noch fehlt, sind die Aktionäre der Banken. Meiner Meinung nach solte die Lösung nicht so aussehen, dass, wer Aktien an insolventen Banken hält, trotzdem Geld dafür kriegt. Auch der hat die Risiken in Kauf genommen für eine bessere Rendite. (Hat vielleicht die Risiken sogar dadurch angeschoben, dass er gerade da eingestiegen ist, wo die Rendite auf Grund Risikoverhalten hoch war.)

  5. Posted 19 Februar 2009 at 10:01 pm | Permalink

    Achso, die Aktionäre.

    WENN ‚EK < 0‘, DANN ‚Insolvenz‘

    Die HRE/Depfa ist eigentlich insolvent. Wenn die Bundesregierung nichts tun würde, dann müssten die Aktionäre sogar noch draufzahlen. Das sind ganz schlechte Karten für Aktionäre.

    Der gewisse Großaktionär ist vor nicht mal einen Jahr bei der HRE/Depfa eingestiegen (April 2008). Also nach der Sachsen LB, IKB, und BearStearns Bruchlandung und vor der Lehman Pleite. Ich denke nicht, dass er da etwas ‚angeschoben‘ hat, weil das Zinsstruktursurven schon Jahre zuvor bei der HRE/Depfa installiert wurde. Ob der Großaktionär nun noch 0 bis 70 Mio. für sein 24% Paket bekommt, oder nicht, es ist bereits ein Totalverlust.

  6. Posted 20 Februar 2009 at 6:28 pm | Permalink

    Ich finde, der Laden soll insolvent und der Staat mit dem Insolvenzverwalter schauen. Was soll das, den Aktionären noch Geld bezahlen? Wie ist das mit der Eigenverantwortung usw. usw. Wenn Du das vergleichst mit den Ton, der gegenüber Harz IV-Empfänger angeschlagen würde in den letzten Jahren, ist das echt grober Unfug.

    Wenn irgendwo 70M hin soll, dann z.B. zu den Arbeitsämter, die im Moment große Arbeitsplatzsubventionen durchführen mit Kurzarbeitergeld.

    Der Wert, der die Aktien haben, ist nur noch Hoffnungswert. Hoffnung auf Rettung. Erst riskante Spielchen spielen, und jetzt soll Mami es richten. Die Rettung wird auch ohne Zahlung an den Aktionären noch ausreichend Geld kosten.

  7. Posted 24 Februar 2009 at 2:22 pm | Permalink

    „Hoffnungswert. Hoffnung auf Rettung.“

    Ja, sicher die HRE Aktie hat sich irgendwie in einen exotischen Optionsschein mit ungewisser Restlaufzeit umgewandelt (Das ist ziemlich exotisch). Warum sind die eigentlich noch im Xetra System, die müsste eigentlich auf der Euwax in Stuttgart gehandelt werden… 😯

    Die Eigenverantwortung ist ein ambivalenter Begriff – Ist damit gemeint: Wer bezahlt die Rechnung? Wer stellt sich vor die Kamera und übernimmt die moralischen Verantwortung? Und was ist mit a priori Frage: Wer übernimmt persönliche Risiken?
    Achten Sie mal darauf wie geschickt Menschen, ob Hartz4-Empänger oder Investoren oder sonstige Anspruchsgrüppchen, nur Teilbetrachtungen des(r) Verantwortungsbegriff(e) bewusst/unbewusst in den Vordergrund schieben, und vielmehr was sie damit bezwecken wollen. 😉

    Ehmm, XX Mio. für das Arbeitsamt? Angenommen, es wird für 100.000 Leute Kurzarbeit beantragt… Das reicht noch nicht mal für einen Monat. Einfach XX Millionen mit 10^3 multiplizieren, und dann bewegt man sich in der Welt der ‚arbeitsmarktpolitischen Instrumente‘.

    Angenommen die BRD wäre eine Firma, es wäre wahrscheinlich der größte Versicherungskonzern der Welt:
    – Strategic Business Units: Renten-, Gesundheits- und Arbeitslosenversicherungen
    – Shareholders: ca. 80 Mio Leute
    – Customer Base: ca. 80 Mio Leute
    – Hauptversammlung: alle 4 Jahre
    – Headquarter: Berlin
    – Vorstand: Bundesregierung
    – CEO: Bundeskanzler
    – Middle Management: Staatssekretäre
    – Aufsichtsrat: Bundestag/Bundesrat
    – Aufsichtsratsvorsitzender: Bundespräsident
    – Bilanzprüfung: Bundesrechnungshof
    – Corporate Governance (extern): Bundesverfassungsgericht
    – Corporate Finance: Bundesbank (extern), Finanzagentur (intern)
    – …


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