Jahresworkshop Deutsche Gesellschaft für System Dynamics

Ich war am Donnerstag und Freitag auf den Jahresworkshop der DGSD.

Folgendes ist mir aufgefallen:

  • Die Organisatoren waren alle jung. Oder, bei näherer Betrachtung: ich bin schon ein alter Herr.
  • Es gibt Leute, die die Methode entwickeln und Leute, die sie anwenden. Ich gehöre eindeutig zu der zweiten Kategorie, falls ich irgendwo dazu gehöre. Ich habe aber nicht immer genug Verständnis für die Leute, die zur ersten Kategorie gehören. Denn letztendlich arbeite ich mit dem, was diese Leute entwickeln.
  • Im Programm gab es einige Vorträge zum Thema Energiemarkt. Auch in dem Workshop am Vorabend gab es ein energiebezogenes Thema. Ich konnte die Inhalte aber nicht unbedingt umsetzen auf meinem eTelligence Marktplatz.
  • Im Energieblock wurde ein agentenbasiertes und ein systemdynamisches Projekt einander gegenüber gestellt. Ich konnte leider nicht bis zum Fazit bleiben. Der agentenbasierter Modellierer nannte die agentenbasierte Methode noch unreif. Mir fiel auch hier wieder auf, dass es eine Methode ist, die näher an der Welt der Informatiker ist als die systemdynamische Modellierung. Ich weiss nicht, ob das ein Vorteil ist, aber werde mich damit noch auseinander setzen können.
  • Der Vortrag nach der Gert-von-Kortzfleisch Preisverleihung hat mich sehr gefallen. Der Herr Kapmeier, der den Preis gewonnen hat, hat über die Zusammenarbeit von Firmen in Allianzen gesprochen und Spieltheorie und system Dynamics zusammen gebracht. Die Essenz: in Zusammenarbeit ist es ganz wichtig, am Anfang auf Vertrauensbildende Maßnahmen zu setzen. Man befindet sich am Anfang in eine labile Gleichsgewichtszustand. Wenn man sich davon wegbewegt, setzen selbstverstärkende Prozesse ein, die entweder zu einem Bruch oder eine sehr intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit führen.
  • Andreas Größler hat sich gefragt, wie man mit System Dynamics Orgnanisationen ‚redesignen‘ kann. Er hatte dabei drei Themen:
    1. Organisationen lassen sich nicht wie Flugzeuge am Reißbrett entwerfen. Man sollte über den Tellerrand schauen und neuere soziolwissenschaftliche Erkenntnisse verwenden. Bei der Modellierung kann man mit System Dynamics arbeiten, aber man braucht auch Moderationsfähigkeiten. Faszinierend ist immer, dass der Modellierer am meisten lernt.
    2. Eine gelungene Modellierung bedeutet noch keine Erfolgreiche Änderung in einer Organisation. Es geht auch um die Einbeziehung der Entscheidungsträger.
    3. Trotz allem funktionieren viele Organisationen erstaunlich gut 🙂 Hier wurde auch auf Gigerenzers ‚Simple Heuristics‘ eingegangen. Das hat mich sehr gefreut.
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