Niederländische Exportqualität

Oft schäme ich mich nicht für niederländischen Produkten. ‚Holländische Tomaten‘ jucken mich nicht und Gouda ist lecker. (Wenn sie aus den Niederlanden kommt 🙂 )

Aber mein Gazelle Fahrrad war ein absoluter Fehlkauf. Nie wieder Gazelle. Mein Rad ist jetzt etwas mehr als ein Jahr alt und ich habe schon viel Elend mit dem Teil erlebt. Diesmal war es das Sattel, dass Kaputt ging. Ein Lepper Sattel, eine andere holländische ‚Qualitäts‘-Marke.

gazelle1_sattel

Diese Woche hat es geknallt, und dann saß ich plötzlich schief. Bei genauerer Betrachtung sah ich, dass ein Stahlstreifen gebrochen war.

gazelle1_sattel_detail

Ich bin Schlosser und kann sagen, dass hier schlechter Stahl verarbeitet wurde. (Ihr Leute@Gazelle, in den Niederlanden sagt man ‚Pisbakkenstaal‘.)

Das hat dann alle Wut über die schlechte Verarbeitung und die Verwendung minderwertiger Materialien wieder hochkochen lassen. Schauen wir uns diese Speichen an.

gazelle2_speiche

Die Speichen habe unterschiedene Farben. Insgesamt sind mir im ersten Jahr drei Mal zwei Speichen gebrochen. Und ich fahr im Allgemeinen auf Radwegen.

Kollateralschäden: Einmal musste ich das Fahrrad mit zwei kaputte Speichen zu einem ‚Fremd’händler bringen. Der kannte das Rad nicht, hat zwei neue Speichen eingesetzt und dabei den Schlauch durchlöchert, weil das Felgenband extrem dünn und strapazierunfähig war. Das war teuer, weil er natürlich nicht für die Garantie zuständig war.

Einen Kollateralschaden gab es auch beim Licht. Diese Verbindung war ein Stecker.

gazelle3_stecker

Der Stecker war so angebracht, dass die Kabel gebrochen sind. Am Anfang hatte ich also immer mal wieder ein kaputtes Licht.

Kollateralschäden:Einen abend, als ich illegalerweise ohne Licht fuhr, bin ich im Dunkeln mit meinen Hinterrad an der Bordsteinkante abgerutscht. Dann waren Reifen und Schlauch hin und ich hatte noch 7 KM. zu fahren.

Mit dem Licht war sowieso so eine Geschichte. Auch diese Schraube an der Vorderlampe gab es nicht immer.

gazelle4_lampe

Da war eigentlich ein ganz hübsches Schräubchen, dass man ohne Schraubenzieher drehen konnte. Leider war das an der andere Seite so marode konstruiert (Gewinde in schlappem Kunststoff), dass die Lampe nachdem sie zweimal aufgeklappt war gar nicht mehr zu fixieren war.

Dass einen Ständer nach einen Monat schon fast runterfällt kannte ich schon, aber hatte ich von Gazelle nicht erwartet. Der Lack hat auch nicht gut gehalten.

gazelle5_staender

Inzwischen habe ich nach einem Jahr trotz Garantie schon fast 100 Euro in dem Fahrrad gesteckt. Dafür hätte ich kein teures Gazelle-Rad kaufen zu brauchen.

Ich habe Gazelle mal angeschrieben gehabt. Ich habe gefragt, ob dieses Rad speziell für den Export gebaut wurde, weil ich Gazelle-Räder eigentlich als gute Räder kenne. Ich habe die Antwort zurückbekommen, dass sie bei der Produktion noch nicht wissen, wohin das Rad geht. Ob das impliziert, dass sie sich ansonsten so was überlegen würden?

2 Comments

  1. Posted 7 September 2009 at 7:47 am | Permalink

    Hallo Johan,

    das erstaunt mich wirklich. Ich habe mir vor drei Jahren auch ein Gazelle gegönnt und bisher – bis auf eine abgefallene Rücklichtabdeckung – keine Probleme damit. Eher im Gegenteil, die Verarbeitung ist sehr gut, ebenso wie die Funktionalität.

    Vielleicht ist es ja eher Modellabhängig.

    LG mue

  2. Posted 7 September 2009 at 8:10 am | Permalink

    Moin Frank,

    mich hat es auch erstaunt. Vielleicht hat sich Management oder Aktionärsstruktur in der Zwischenzeit geändert? Das Modell hat aber auch seine Macken 🙂 Der Abstand zwischen Vorder- und Hinterrad ist relativ lang und das bedeutet, dass man z.B. bei einem Gullideckel schnell etwas wegrutscht hinten. Man sitzt auch weit hinten und dadurch kommt das Vorderrad etwas hoch, wenn man an der Ampel zügig anfährt.

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag!

    Johan


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