In welcher Reorganisation arbeitest Du?

Das ärgerliche an ‚Bij welke reorganisatie werk jij‚ ist, dass ich es schon wieder durchgelesen habe. Das gab es auch schon bei ‚Intensieve Menshouderij‚.

Jaap Peters hat den Unterschied zwischen managen und organisieren erkärt. In seiner Definition managed ein Manager dadurch, dass er sich ein Modell von der Realität bastelt, dieses Modell in Teilen aufteilt, die auf einen Spreadsheet passen, meßbare Ziele (z.B. KPIs, Ziele, Budgets) aufstellt und dann dieses Modell über die Wirklichkeit legt. Wenn die meßbaren Ergebnissen nicht erreicht werden, liegt da ein Problem und muß die Wirklichkeit angepasst werden. Organisieren dagegen bedeutet, dass die Professionals (diejenigen, die das Fachwissen haben) in einer Organisation wissen, was Sache ist und bei Probleme unterstützt werden.

Jaap Peters sagt, dass managen vielleicht passt bei Unternehmen, aber sicher nicht bei Bildung, Gesundheit, Jugendhilfe etc. (Zwischen den Zeilen gelesen glaube ich aber nicht, dass er viel Respekt für das ‚managen‘ von Unternehmen hat.)

Das Buch besticht durch die Anekdotik, durch die starke Bilder.

  • ‚Bei McDonalds arbeitet keinen einzigen Koch‘
  • ‚Die Donut-Organisation‘. Das ist eine Organisation, die so stark gemanaged wird, dass kaum jemand in der Organisation noch mit dem Kunden redet. Idealerweise ist diese Aufgabe an ein Call Center vergeben. Die Organisation beschäftigt sich aber mit Qualitätsmanagement, Performance Ziele und Shareholder Value.
  • ‚Das Gras wächst von sich aus, aber man kann eine Organisation drumherum bauen.‘ (In das neue Ajax Stadion wächst kein Gras…)
  • ‚Kritische Success Akteure‘: Jeder Mensch ist gehalten, in seiner Organisation ein gewisses Maß an Rückgrat zu zeigen, auch wenn das eventuell eine Kündigung bedeutet. Die Anekdote hier: der Briefträger van Sandd. Der hatte aus dem Fernsehen mitgekriegt, dass gefälschte Rechnungen der KvK (holl. für IHK) in Umlauf waren. Ihm fiel auf, dass er selber solche austragen musste und er warnte sein Chef. Der erzählte ihm, dass die Post nicht da ist, um die Post zu kontrollieren. Daraufhin hat der Mann auf fragwürdige Briefe selber Aufkleber geklebt. (Habe ich schon mal erzählt, dass Holländer sich ungemein gerne in Dinge einmischen??) Er wurde gekündigt, aber er hat sein Gewissen befolgt.
  • Het Laweiplein in Drachten, wo die meisten Verkehrszeichen weggenommen sind. Damit ist eine Unsicherheit kreiert, die den Menschen zwingt, wieder aufeinander zu achten. Seit der Neuanlage gab es wesentlich weniger Unfälle und keine Unfälle mehr mit Personenschäden. Regeln verhindern Aufmerksamkeit (Kapittel 4). Und wo es Aufmerksamkeit gibt, sind Regeln überflüssig. (Kapittel 10).

Wer sich im Holländischen zuhause fühlt und Bücher zum Thema ‚Menschen in Organisationen‘ mag, wird sich über dieses Buch freuen. (Und sich vielleicht auch daran reiben, aber Reibung erzeugt Wärme.)

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