The Economist fazzelt über VaR und Risikomanagement

A special report on financial risk: The gods strike back | The Economist. (Leider nur für Abonnenten.)

The economist hat diese Woche einen Sonderbericht zu finanziellen Risiken. Nach einige Absätze gibt es hier das dramatisch dämliche Zitat:

„[..]and JPMorgan, which developed “value-at-risk” (VAR), a way for banks to calculate how much they could expect to lose when things got really rough.“

Schon wieder diesen Bullshit. Nein, VaR besagt, welcher Verlust mit einer bestimmten (meistens 1% oder 5%) Wahrscheinlichkeit innerhalb einer bestimmten Zeithorizont (meist 1 oder 10 Tage) unter normalen Umständen nicht überschritten wird. VaR sagt nichts aus über

  1. den maximalen Verlust oder
  2. abnormalen Märkten

Der Artikel (ich habe bis jetzt nur den ersten Artikel gelesen) hat noch mehr merkwürdige Schoten. Die Schlussfolgerung fand ich aber auch noch ungemein spannend:

„The banks themselves will have to find a middle ground in risk management, somewhere between gut feeling and number fetishism.“

Das sieht vertrauenerweckend aus. Irgendwo zwischen Bauchgefühl und Nummerfetischismus. Da fehlen u.A.

  1. Gesunden Menschenverstand
  2. Regulierung der maximal Verlusten. (Basel II basiert auf VaR und sagt nichts über die Extremwerte aus.)
  3. Evaluierung, was die Konsequenzen der impliziten Annahmen in den Modellen sind. Und wenn die Annahmen und deren Konsequenzen bekannt sind, müssen Konsequenzen in der Regulierung folgen.

(Wieso Fazzelt?)

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