Schweinegrippencumbia

And now for something completely different: jetzt gibt es die Schweinegrippencumbia. Ich mag aber immer noch ‘La Cumbia del Sida’ (AIDS-Cumbia), vor fast 22 Jahre ein großer Hit von La Sonora Dinamita in Nicaragua.

The oil intensity of food

In diesem Artikel wird die Energieabhängigkeit der Nahrungskette etwas quantifiziert. Es gibt zwar keine Aussagen für Europa, aber folgende Bereiche werden benannt:

  • Mechanisierung (Traktoren usw.)
  • Kunstdünger (20%)
  • Transport
  • Wasser (stark zunehmend, in Indien bis 50% des Energieverbrauchs)
  • Speicherung (trocknen, kühlen usw.)

Der Artikel bezieht sich eher auf Peak Oil, aber wir könnten mal wieder Richtung Biomasse/Agrokraftstoffe schauen. Hier noch mal den Grafik, den ich hier und hier schon mal verwendet habe.
Preissystem Jetzt

Was ich sagen will: die Nachfrage nach Biokraftstoffe wird steigen, wenn die Ölpreise steigen. Das wird aber wieder bedeuten, dass der Energiebedarf steigt – und ich vermute, dass sie nicht linear steigt, denn die beste Böden sind schon weg. Das wird die Energiepreise weiter hoch jagen. Die gestiegene Energiepreise werden aber die Preise für Biokraftstoffe in die höhe treiben, da Biokraftstoffe auch einen Energieinput brauchen. Sie brauchen Wasser, sie werden mechanisiert geerntet, sie werden Teils gedüngt.

Wir brauchen ein vernünftiges dynamisches Modell. Leider habe ich keine Zeit.

Der Artikel kam über Climate Ark.

Wenn Pflanzen Politik betreiben

Grüne Politik

Grüne Politik

(Anlass)

Ölförderung

Peak Oil in Deutschland. Man pumpt noch, aber viel ist es nicht mehr.

Jahresworkshop Deutsche Gesellschaft für System Dynamics

Ich war am Donnerstag und Freitag auf den Jahresworkshop der DGSD.

Folgendes ist mir aufgefallen:

  • Die Organisatoren waren alle jung. Oder, bei näherer Betrachtung: ich bin schon ein alter Herr.
  • Es gibt Leute, die die Methode entwickeln und Leute, die sie anwenden. Ich gehöre eindeutig zu der zweiten Kategorie, falls ich irgendwo dazu gehöre. Ich habe aber nicht immer genug Verständnis für die Leute, die zur ersten Kategorie gehören. Denn letztendlich arbeite ich mit dem, was diese Leute entwickeln.
  • Im Programm gab es einige Vorträge zum Thema Energiemarkt. Auch in dem Workshop am Vorabend gab es ein energiebezogenes Thema. Ich konnte die Inhalte aber nicht unbedingt umsetzen auf meinem eTelligence Marktplatz.
  • Im Energieblock wurde ein agentenbasiertes und ein systemdynamisches Projekt einander gegenüber gestellt. Ich konnte leider nicht bis zum Fazit bleiben. Der agentenbasierter Modellierer nannte die agentenbasierte Methode noch unreif. Mir fiel auch hier wieder auf, dass es eine Methode ist, die näher an der Welt der Informatiker ist als die systemdynamische Modellierung. Ich weiss nicht, ob das ein Vorteil ist, aber werde mich damit noch auseinander setzen können.
  • Der Vortrag nach der Gert-von-Kortzfleisch Preisverleihung hat mich sehr gefallen. Der Herr Kapmeier, der den Preis gewonnen hat, hat über die Zusammenarbeit von Firmen in Allianzen gesprochen und Spieltheorie und system Dynamics zusammen gebracht. Die Essenz: in Zusammenarbeit ist es ganz wichtig, am Anfang auf Vertrauensbildende Maßnahmen zu setzen. Man befindet sich am Anfang in eine labile Gleichsgewichtszustand. Wenn man sich davon wegbewegt, setzen selbstverstärkende Prozesse ein, die entweder zu einem Bruch oder eine sehr intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit führen.
  • Andreas Größler hat sich gefragt, wie man mit System Dynamics Orgnanisationen ‘redesignen’ kann. Er hatte dabei drei Themen:
    1. Organisationen lassen sich nicht wie Flugzeuge am Reißbrett entwerfen. Man sollte über den Tellerrand schauen und neuere soziolwissenschaftliche Erkenntnisse verwenden. Bei der Modellierung kann man mit System Dynamics arbeiten, aber man braucht auch Moderationsfähigkeiten. Faszinierend ist immer, dass der Modellierer am meisten lernt.
    2. Eine gelungene Modellierung bedeutet noch keine Erfolgreiche Änderung in einer Organisation. Es geht auch um die Einbeziehung der Entscheidungsträger.
    3. Trotz allem funktionieren viele Organisationen erstaunlich gut :-) Hier wurde auch auf Gigerenzers ‘Simple Heuristics’ eingegangen. Das hat mich sehr gefreut.

Wir sind Europameister (in CO2 Emissionen)

Carbon Market Data hat die Ergebnisse des europäischen CO2-Handels für 2008 in eine Rangliste untergebracht.

Top 3 Emissionen in Europa 2008

Top 3 Emissionen in Europa 2008

Strommarktmodellierung mit Agenten

Ich habe gerade ‘Engineering Interrelated Electricity Markets‘ von Anke Weidlich zu Ende gelesen.

  1. Das Buch enthält auf der Metaebene eine sehr gute Einführung in den deutschen Strommarkt. Wenn man als Berater oder Entwickler neu im Bereich Stromhandel ist, kann man hier einen sehr guten Einstieg finden.
  2. Das Buch enthält eine Einführung in Agentensystemen. Ich bin zu wenig im Thema, um diese Einführung beurteilen zu können, aber zu mindest ist die Autorin a) positiv aber nicht euphorisch und b) hinterfragt sie die gängige Anwendungspraxis der Methodik. Wer agentenbasiert simuliert muss die Gültigkeit seiner Modelle demonstrieren.
  3. Mir hat es gefallen, dass der Validierung des Modells ein eigenes Kapitel gewidmet war.
  4. Bei den durchgeführten Simulationen fiel es mir schwer, die Durchführung zu beurteilen. Ich war aber über die Ergebnisse nicht so richtig erstaunt und fand die Fragestellungen nicht so gewagt. Jetzt ist also die große Frage: was passiert weiter mit dem Modell? Werden auch mal gewagtere Hypothesen untersucht?

Geforscht wurde in den folgenden Bereichen

  • Wie die Preise in der Minutenreservemarkt durch die Kapazität beeinflusst wird und die Auswirkung auf den Spotmarkt.
  • Wie die Preise im Minutenreservemarkt sich ändern, wenn von pay-as-bid Bepreisung auf einen Market Clearing Price gewechselt wird und wie der Einfluss auf den Spotmarkt ist.
  • Was passiert, wenn die großen Erzeuger in Deutschland aufgespalten werden.

Obwohl die Preise für CO2-Emissionen immer wieder erwähnt werden, sehe ich nicht, dass Frau Weidlich in dem Bereich gespielt hat. Ich vermute, dass der Fokus der Forschung auf die Anwendung agentenbasierter Methoden gerichtet war. Diese Vermutung verfestigt sich, wo weder CO2-Politik noch strukturelle Änderungen am Markt untersucht werden. Ich denke hier z.B. an die von Bauknecht und Brunekreeft vorgeschlagene Änderung (in ‘Energy Market Reform’) der Reihenfolge in Reserve- und Spotmarktauktionen oder die Bezahlung für Kapazitäten um Investitionsentscheidungen zu beeinflussen, wie Andy Ford sie für den kalifornischen Markt vorgeschlagen hat.

And Now, A Word From The Economy Herself

Verleser des Tages

Verleser aus profaner Quelle (StromnetzZugangsVerordnung §5):

“Grundsätze der Fahrplanabwicklung und unerträglicher Handel“. (Beim zweiten mal lesen stand da dann “untertäglicher Handel“.)

Abends spät sollte man keine Gesetze mehr lesen.

FTD.de: SPD will Basel II aussetzen (und die CSU auch)

FTD.de – Mehr Kredite für den Mittelstand: SPD will Basel II aussetzen – Deutschland

Die SPD glänzt wieder mit tiefsten Einsichten.

“Die Kreditklemme hat einen Namen: Basel II. Das Regelwerk von Basel II ist für Schönwetterperioden gemacht. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten heizen sie aber die Krise an”, teilte Schmiedel in einer Stellungnahme mit, die FTD.de exklusiv vorliegt.

Das sind nicht die Regeln von Basel II, das ist das gesunde Menschenverstand. Wenn die Krise größer wird, steigt die Chance, dass Kredite ausfallen. Eine Bank muss das Risiko tragen können. Dazu müssen sie Geld auf die hohe Kante legen. Wie das ablaufen soll ist in Basel II formalisiert. Und mal ehrlich: wenn die Banken das Geld nicht zurücklegen, werden es letztendlich die Steuerzahler wieder ausbaden müssen. Und das ist dann auch wieder Geld, das fehlt, um die Wirtschaft am Laufen zu halten…

Die SPD steht mit dem Vorstoß nicht allein. Die CSU schlägt vor, die Pflicht zur automatischen Risikobewertung zu lockern. Nach den Regeln von Basel II müssen die Banken ihre Kreditentscheidung nach objektiven Kennzahlen vornehmen – in der Folge haben die Banken ihr internes Rating weitgehend automatisiert.

“Es muss den Banken wieder erlaubt werden, die Risikobewertungen abweichend von der Automatisierung durch Abwägungen und Entscheidungen im Einzelfall vorzunehmen”, hatte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt der FTD Ende April gesagt.

Das macht Mut. Basel II besagt also, dass das Rating objektiv ablaufen soll. Die Banken regeln das mit einem automatisierten Rating. Und jetzt schlägt die CSU vor, dass die Banken wieder mit Bauchgefühl vorgehen. Ich glaube schon, dass ein regionaler Bank seine Kunden einschätzen kann – in Schönwetterzeiten. Ich hoffe allerdings, dass die Aufsichtsbehörden diesen Banken zwingen, mehr Kapital für Operationelle Risiken zu hinterlegen. Ich sehe Herr Dobrindt schon zum Herrn Bankdirektor stolzieren, weil der seinem Amigo ein Kredit verweigert hat. Es kommt aber noch schlimmer

Es dürfe nicht sein, “dass der Staat mit Milliardenbeträgen einen Rettungsschirm für Banken aufspannt und die Banken trotzdem keine Kredite an die Mittelständler ausgeben”, so Dobrindt damals.

Genau. Die Alternative darf dann aber nicht sein, dass die Banken alle Vorsicht fahren lassen, um am Ende noch mehr Geld vom Steuerzahler zu bekommen. Wenn Herr Dobrindt oder die SPD der Meinung sind, dass der Mittelstand Unterstützung braucht, sollten sie sich um die Mittelstand kümmern und da Sicherheiten abgeben, Wandelanleihen abkaufen oder wer weiß was. In Berlin beschäftigen sie sich aber kaum mit der Mittelstand.

Hier ist ein Überblick über Basel II.
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